2014/03/30

Lochmusterjacke (Teil 3) - Lace Cardigan (Part 3)

So langsam aber sicher kann man Fortschritte sehen. Inzwischen sind alle Teile bis auf die Ärmel fertig gestrickt. Ich habe die Schulternähte mit der Nähmaschine geschlossen und dann die vorderen Kanten und den Halsausschnitt mit einer schmalen italienischen Blende eingefasst. Danach habe ich die Blüten mit der Hand auf den Halsaufschnitt aufgenäht. Als nächstes werde ich die trapezförmigen Seitenteile einnähen, die Blüten auf die untere Kante aufnähen und natürlich noch die Ärmel stricken.

Slowly but surely you can see some progress. Meanwhile, I finished knitting all parts exept for the sleeves. I closed the shoulder seams with the sewing machine and then enclosed the front edges and the neckline with a narrow band. Then I sewed the crochet flowers onto the neckline by hand. The next step will be to set in the trapezoid side panels, sew the flowers to the bottom edge and of course knit the sleeves.






2014/03/25

Tipps & Tricks: Aufrauen der Wolle bei verkürzten Reihen verhindern - Avoiding roughening of the yarn when knitting short rows

Wenn man den Halsausschnitt strickt, legt man den Teil der Maschen, der gerade nicht gestrickt werden soll, still. Normalerweise macht man das, indem man die Nadeln in die obere Arbeitsposition (Auf Brother-Maschinen E, auf anderen Maschinen meist D) bringt und den Nadelrückholer auf H (Hold) stellt. Egal, ob man mit verkürzten Reihen arbeitet oder den Halsausschnitt abkettet, der Schlitten fährt auch über die stillgelegten Nadeln und raut so das Gestrick auf.
Auf Brother-Maschinen kann man bei Lochmustern Nadeln nur stilllegen, indem man die Maschen mit einem Nylonhilfsfaden per Hand abstrickt und die Nadeln in Postion A bringt. Um das häßliche Aufrauen der Wolle zu verhindern, hänge ich eine alte Maschenprobe über das Maschengitter. Der Lochmusterschlitten und der Strickschlitten gleiten mühelos darüber und mein Strickstück ist geschützt!


When knitting the neckline, those stitches that are not to be knitted are put out of work. Usually this is done by bringing the needles into upper working position (on Brother machines E, on other brands often D) and by putting the needle return button to H (Hold). Regardless of whether you work short rows or bind of the neckline, the carriage goes over the needles that are out of work as well and roughens the knit.
On Brother machines when knitting lace patterns needles are brought out of work by knitting them by hand with a nylon thread and pushing them into A position. To avoid the ugly roughening of the yarn I pin an old gauge swatch over the gate pegs. The lace carriage and the knitting carriage slide over it without any trouble and my knitting is protected!




Die verstrickte Dienstagsfrage: Warum ist Stricken wieder so im Trend?

Sabine fragt heute beim Wollschaf

 Einige der Oberpfälzer Stricklieseln von Ravelry haben sich Gedanken darüber gemacht, warum wohl nach dem Strick-Hype in den 80ern das Stricken in den Neunzigern völlig aus der Mode kam. Es wäre toll, wenn das die verstrickte Dienstagsfragen werden würde, denn dann hätten wir noch mehr Antworten auf diese Frage. Wenn wir jemals mit unserer Untersuchung darüber fertig sind, werde ich natürlich darüber berichten und auch dich auf dem Laufenden halten. 

Das ist eine interessante Frage. Wenn ich von mir selbst ausgehe, kann ich bestätigen, dass ich den Strick-Hype in den 80ern voll mitgemacht habe. Ich war einer jener Teenager, die ihr Strickzeug sogar mit in die Schule nahmen. Meine Liebe zu Handarbeiten aller Art habe ich von meiner Mutter geerbt, die auch heute noch sehr aktiv in diesem Bereich ist und wir tauschen uns gern und oft darüber aus. Ich habe in den 80ern sehr viel gestrickt und meine selbstgestrickten Pullover und Jacken auch gern getragen.

Dann während der Berufsausbildung und des Studiums in den 90ern hatte ich nicht mehr so viel Zeit fürs Stricken und ich wechselte kurzerhand zum Nähen, bei dem ich schnellere Ergebnisse erzielen konnte. Offenbar war der doch oft sehr individuelle Look von Handgestricktem in den 90ern nicht mehr so gefragt. Ich meine auch mich zu erinnern, dass Strickkleidung weitgehend aus den Läden verschwand. Sie entsprach wohl nicht mehr dem Zeitgeist und Geschmack. Kleidung war nicht mehr so quitschebunt und individuell wie noch in den 80ern. Ich erinnere mich beispielsweise an einen Pullover in neon-orange, den ich mir strickte und ihn sehr schick fand! Dazu trug ich eine Hose mit großflächignm Blütenmotiven! Im Nachhinein gesehen erinnerte der Pullover doch eher an ein Müllmann-Outfit. ;-) In den 90ern hatte ich nicht so ein großes Bedürfnis nach gestrickter Kleidung bzw. nähte mir dann Pullover aus Strickstoffen. Handarbeiten waren in den Augen der meisten Menschen altbacken und langweilig und galten als etwas, das nur Omas machen, die sonst nichts zu tun haben! Man wurde belächelt oder erntete sogar vollkommenes Unverständnis dafür, dass man an Handarbeiten Spaß hatte. Das hat mich aber nie wirklich gestört.

Zum Stricken zurückgebracht hat mich vor etwa 7 Jahren letztendlich das Internet und da vor allem Ravelry. Als ich beim Surfen entdeckte, welche Menge an Informationen es im Netz gab und wie viele unglaublich schöne Kreationen andere erschufen, war ich wieder angefixt. Zunächst habe ich nur kleine Projekte wie Socken mit schönen Mustern mit der Hand gestrickt. Bald wuchs aber der Wunsch, mir wieder Oberteile zu stricken. Allerdings wollte ich dünne Garne verstricken und bei meiner Kleidergröße wäre damit sicherlich nie etwas fertig geworden. Also bat ich meine Mutter um ihre alte Strickmaschine, auf der sie mir und meiner Schwester in unserer Kindheit viele Pullover gestrickt hatte. Auf dieser alten Empisal lernte ich dann recht schnell das Maschinenstricken und bald zog meine elektronische Brother-Strickmaschine bei mir ein. Jetzt kann mich nichts mehr bremsen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich weiter stricken werde, auch wenn das Stricken irgendwann mal wieder nicht mehr in sein sollte. Mit dem Nähen habe ich schließlich auch nie wieder aufgehört, seitdem ich es gelernt habe. Für mich ist das Herstellen eigener Kleidung gleichzeitig Notwendigkeit wie auch Mittel zur kreativen Betätigung, die ich einfach in meinem Leben brauche. Egal welche Handarbeitstechnik ich verwende, ich arbeite grundsätzlich nie nach Anleitungen, sondern setze immer meine eigenen Ideen um.

Letztendlich glaube ich, dass genau dieser Punkt, etwas selbst nach ganz eigenen Ideen mit den eigenen Händen zu erschaffen, der ausschlaggebende Grund dafür ist, dass das Stricken und überhaupt Handarbeiten aller Art, wieder so aktuell sind. Es ist ein ganz besonderes Gefühl, wenn man ein Teil fertig stellt, das es so kein zweites Mal auf der Welt gibt. Die Sehnsucht nach Individualität in unserer inzwischen doch sehr uniformen Welt spielt da sicherlich eine Rolle. Für viele ist das Handstricken auch ein Ausgleich zu einem sonst sehr hektischen und technikbestimmten Alltag. Ich höre immer wieder, dass Stricker Entspannung und Ruhe beim Stricken finden. Das kann ich aus Sicht meiner Handstrickzeit bestätigen und ähnlich ergeht es mir heute mit dem Häkeln. Von Entspannung kann beim Maschinenstricken allerdings nicht die Rede sein. ;-) Trotzdem verschafft es mir große Befriedigung, immer wieder neue Techniken auszuprobieren und neue Herausforderungen zu meistern.

Ein weiterer Faktor ist auch, dass es noch nie so einfach war wie heute, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und sich inspirieren zu lassen. Im Internet findet man heute nicht nur große Strick-Communities, sondern auch unzählige Blogs, die sich mit allen Facetten dieser schönen Handarbeitstechnik auseinandersetzen. Ich selbst habe über das Internet Strickfreunde in der ganzen Welt gefunden, mit denen ich regelmäßig in Kontakt bin. Gerade im Bereich des Maschinenstrickens, das doch nicht ganz so verbreitet ist wie das Handstricken, ist das sehr wichtig und ich genieße den grenzüberschreitenden Kontakt zu anderen Maschinenstrickern.

Lochmusterjacke (Teil 2) - Lace cardigan (part 2)

Auch viel erfahreneren Strickerinnen als mir passiert es immer mal wieder, dass die Maschenprobe nicht mit dem fertigen Strickstück übereinstimmt. Mein Rückenteil ist viel länger und leider auch schmaler, als ich es berechnet habe. Es sollte 90 cm lang werden und ist stattdessen 124 cm lang! Da ich die Maschenprobe gewaschen hatte und sich das Gestrick beim Waschen noch stark zusammenzieht, habe ich das Offensichtliche erst einmal ignoriert und munter das erste Vorderteil gestrickt. Mir kamen dann aber doch Zweifel, so dass ich gestern das Rückenteil gewaschen und neu ausgemessen habe. Es ist und bleibt viel zu lang und viel zu schmal. Ich betrachte es jetzt als gigantische Maschenprobe und fange von vorne an. Wie heißt es so schön bei Monopoly: "Gehe zurück auf Los!" Schließlich möchte ich die Jacke hinterher auch tragen können. (Ach übrigens: Ich hasse Monopoly!)

Once in a while it happens to even much more experienced knitters than me that the gauge swatch doesn't match the finished knitted piece. Unfortunately, my back piece is much longer and narrower than I calculated it to be. It should be 90 cm long and instead is 124 cm long! Since I had washed the swatch and the fabric will shrink quite a bit in the wash I ignored the obvious and continued knitting the first front piece. But yesterday doubt was growing on me and I washed the back piece and re-measured it. It remains to be far too long and too narrow. I now consider it to be a giant gauge swatch and start over again. As they say in Monoply: "Go back to square one!"
After all, I want to be able to wear the cardigan in the end. (By the way: I hate Monopoly!)

Teil 1 - Part 1
Teil 3 - Part 3
Teil 4- Part 4


2014/03/23

Lochmusterjacke (Teil 1) - Lace cardigan (part 1)

Ich brauche dringend eine neue Strickjacke und da es langsam wärmer wird, möchte ich mir eine Lochmusterjacke auf der Strickmaschine stricken. Diese werde ich mit den Häkelblumen kombinieren, die ich im vergangenen Jahr gehäkelt habe. Auf Ravelry werden solche Projekte, die mehrere Handarbeitstechniken vereinigen, Hybrid-Projekte genannt!
Das Material ist ein cremefarbenes Bambusgarn von BSA Garne in der Stärke 30/2, welches ich dreifädig verarbeite, so dass ich auf eine Lauflänge von 500 m pro 100 g komme. Da die 200 Nadeln meiner Strickmaschine nicht für die gesamte benötigte Breite ausreichen, stricke ich trapezförmige Seitenteile. Vorder- und Rückenteile sind schulterbreit, so dass die Ärmel gut sitzen, da ich keine überschnittenen Schultern mag. Mein Schnitt sieht so aus:

I desperately need a new cardigan and since it is slowly getting warmer, I want to knit a lace cardigan for myself. I will embellish it with the crochet flowers that I crocheted last year. On Ravelry, projects that combine several fiber crafts are called  hybrid projects! 
I will use a cream colored bamboo yarn by BSA yarns with  a weight of 30/2, and I will  take three threads together, so that I get a yardage of 500 m per 100g.  Since the 200 needles of my knitting machine are not sufficient for the required widthI will knit trapezoidal side panels. Front and back pieces are shoulder width so that the sleeves fit well because I don't like drop shoulders. My pattern looks like this:


Hier ist ein Bild meiner Maschenprobe. Das ist Muster 154 aus dem Brother Stitchworld-Buch. Die Häkelblüten werde ich an die Halsausschnittkante sowie an die Ärmelkante und den unteren Saum annähen. 

Here is a picture of my gauge swatch. This is stitch pattern 154 from the Brother Stitchworld book.  I'll sew the crochet flowers to the neckline and also to the edge of the sleeves and the bottom hem.


Das Rückenteil ist fertig, aber es bleibt noch viel zu tun. Heute habe ich aber trotzdem schon nach passenden Knöpfen geschaut. Diese hier gefielen mir gut, aber es wird wohl der auf dem Bild eingekreiste Knopf werden. 

The back is finished, but there is still much to do. Nevertheless, today I already searched for matching buttons. These are the ones I liked best but I will probably use the button circled on the picture. 


2014/03/07

Was lange währt, wird endlich gut! - Time brings everything to those who wait!

Vorgestern habe ich mich endlich aufgerafft und die Ärmel dieses Häkelpullovers zu Ende gehäkelt. Angefangen hatte ich das Projekt Anfang Juli 2013 und nachdem ich anfänglich sehr schnell voran kam, wurde das Teil schnell ein UFO, als ich zu den Armkugeln kam, weil ich es schwierig fand, in diesem Muster Abnahmen zu machen. Jetzt bin ich froh, dass ich es geschafft habe und sich das Ergebnis wirklich sehen lassen kann. Der Pullover sitzt wie angegossen und meine Tochter ist sehr zufrieden. 

Verwendetes Material: Diverse Strickmaschinengarne, entweder reine Baumwolle oder Baumwollmischung, mehrfädig verarbeitet, so dass ich immer ein Lauflänge von ungefähr 400 m pro 100 g kam. Gehäkelt habe ich mit einer 3,5 mm Häkelnadel. 




The day before yesterday I finally dragged myself to finish the sleeves of this crochet shirt. I had started this project in early July 2013 and after rapidly making progress in the beginning it soon became an UFO when I came to the sleeve caps because I found it difficult to decrease in this pattern. Now I'm glad that I managed to complete it and I think the result is something to be proud of. The sweater fits like a glove and my daughter is very happy. 

Material used: Various machine knitting yarns, either pure cotton or cotton mix, several strands used together to always get a yardage of about 400 m per 100 g. I crocheted with a 3.5 mm crochet hook.












2014/03/02

Fair Isle Pullover (Teil 1) - Fair Isle sweater (part 1)

Mein neues Projekt ist ein Pullover in traditionellem Fair Isle-Muster für meine Tochter. Sie wünscht sich einen Pullover überwiegend in Rottönen. Dafür habe ich Sockengarn aus 100 % Merino mit Superwash-Ausrüstung mit Säurefarben gefärbt.


My new project is a sweater with a traditional Fair Isle pattern for my daughter. She wants to have a sweater that is predominantly red. I dyed some 100 % superwash merino sock yarn with acid dyes for that. 

Dies ist mein Musterentwurf:
This is the pattern I designed:




2014/03/01

Jetzt bin ich also auch Blogger! - So now I am a blogger, too!

Lange Zeit habe ich überlegt, ob ich einen Blog führen soll. Immerhin ist es, wenn man es richtig machen will, eine zeitintensive Sache. Auf der anderen Seite macht es mir immer wieder großen Spaß, in anderen Blogs zu stöbern. Unglaublich, wie viel Wissen und Inspiration man da oft findet! Vielleicht finden also auch andere interessant, was ich zu sagen habe.

Außerdem beschäftige ich mich intensiv mit einer Handarbeitstechnik, über die es noch nicht so viele deutschsprachige Blogs gibt. Ich bin nämlich eine Maschinenstrickerin! Seit ungefähr 4 Jahren stricke ich auf einer Strickmaschine, zunächst als Einstieg auf der alten Empisal meiner Mutter, auf der ich mir die Grundbegriffe des Maschinenstrickens angeeignet habe, An dieser Stelle vielen Dank an Diana Sullivan für ihre hervorragenden Videos, die mir dabei sehr geholfen haben! Schnell merkte ich, dass mir das großen Spaß macht und deshalb kaufte ich mir kurze Zeit später eine elektronische Strickmaschine der Marke Brother. Ich liebe meine KH940 und würde sie freiwillig nicht wieder hergeben. Seitdem sind schon einige Strickstücke entstanden und ich werde immer besser. 

Da ich selbst vollschlank bin, wird es hier auch um die Umsetzung von Übergrößen gehen. Die normale Haushaltsstrickmaschine hat nämlich nur 200 Nadeln und reicht in der Regel für größere Größen nicht aus, so dass man "Design-Umwege" finden muss. 

Neben dem Maschinenstricken nähe ich auch oft meine Kleidung, um Kleidungsstücke zu haben, die sowohl von der Passform wie auch von Farbe und Materialien meinen Vorstellungen entsprechen. 

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I have been thinking about writing a blog for quite some time. After all it is a very time consuming matter if you want to do it right. On the other hand I really enjoy to browse through other blogs. It is unbelievable how much knowledge and inspiration can be found there! So maybe others enjoy to read what I have to say, too.

Above that I am concentrating on a craft that not many German-speaking blogs deal with so far. It so happens to be that I am a machine knitter!  I have been knitting on a knitting machine for about 4 years now, first on my mother's old Empisal, on which I learned the basic techniques of machine knitting. At this point many thanks to Diana Sullivan for her exellent videos that helped me so much! I soon realised that I very much enjoyed it and therefore I bought a Brother-brand electronic knitting machine shortly after that. I love my KH940 and wouldn't part from it voluntarily. Since then quite a few knits have been finished and I am constantly improving my skills.

As I am a plus size this blog will also deal with the realization of larger sizes. The ordinary home knitting machines have only 200 needles which usually isn't enough for large sizes so that you have to find a "workaround-design".

In addition to machine knitting I also sew my own clothes in order to have garments that come up to my expectations regarding fit, color and material.